Wie München entstand? 4. Klassen bauen ihre Stadt – vom 3D Modellieren, über den 3D-Drucker in den Lehrsandkasten

Wie München entstand? 4. Klassen bauen ihre Stadt – vom 3D Modellieren, über den 3D-Drucker in den Lehrsandkasten

Am Anfang war die Isar

Wie sah es hier aus, bevor so viele Menschen in München wohnten? Wie hat man früher gebaut, und wie kam man von A nach B? Im Projekt „MI(N)T Freude lernen“ gehen Kinder der 4. Klassen diesen Fragen nach, und zwar mit den eigenen Händen.

Unsere Reise in die Münchner Stadtgeschichte beginnt am Fluss. Im Sandkasten legen die Kinder die Isar aus blauem Papier und bauen eine Holzbrücke darüber. An dieser Stelle lenkte Heinrich der Löwe 1158 die Salzstraße über die Isar, und mit dem Markt dort begann die Geschichte unserer Stadt.

Rund um den Markt stellen die Kinder Häuser und Kirchtürme auf und ziehen die erste Stadtmauer. Dann wächst die Stadt. Ein zweiter Mauerring kommt dazu, mit dem Isartor, dem Sendlinger Tor, dem Neuhauser Tor und dem Schwabinger Tor. So wird im Sand sichtbar, was im Lesetext und auf der historischen Karte steht.

Vom Entwurf zum Modell

Alle Gebäude, Tore und Figuren haben die Kinder selbst gemacht. Am Computer entwerfen sie die Modelle in Tinkercad, manche zeichnen ihre Ideen auch mit dem 3D-Stift. Danach werden die Modelle gedruckt. So entstehen kleine Häuser mit Fenstern und Schornsteinen, Stadtmauern mit Zinnen und die großen Stadttore mit ihren Türmen.

Dabei lernen die Kinder ganz viel nebenbei:

  • Lesen und Verstehen: Sie arbeiten mit Sachtexten und vergleichen historische Karten.
  • Mathematik: Sie messen, planen Größenverhältnisse und denken räumlich.
  • Digitale Kompetenz: Sie konstruieren am Computer und lernen auch aus Fehldrucken.
  • Heimat- und Sachunterricht: Sie erzählen Geschichte, weil sie sie selbst gebaut haben.

Münchner Kindl

Zu einer Münchner Stadt gehört natürlich auch das Münchner Kindl. Lara hat es selbst entworfen, gedruckt und bemalt. Wir haben sie gefragt, wie sie das hinbekommen hat:

„Ach, ganz einfach: Ich hab mit Scribble die verschiedenen Teile gezeichnet, die ich gebraucht hab, und dann auf der Platte zusammengesetzt. Ich finde, es ist mir schon sehr gut gelungen. Mit Birgit haben wir es dann am 3D-Drucker ausgedruckt und angemalt. Jetzt sieht es aus wie echt. Ich bin richtig stolz!“

Making für alle Kinder – ein persönlicher Blick

Von Birgit Kahler, FabLab Kids

Ich freue mich riesig, dass ich dank der SWM Förderung endlich auch in den Regelklassen Making in den Unterricht bringen kann, und zwar für alle Kinder und gleichzeitig auch die Lehrkräfte mit einbinden kann. Darüber hinaus gibt es für die ganz begeisterten noch eine Offene Werkstatt. Im Ganztag ist das einfacher, weil man jede Woche Zeit hat, mit den Kindern an Projekten zu arbeiten. Mit wenigen Stunden pro Klasse und vielen Klassen ist es durchaus eine Herausforderung, denn das 3D-Drucken der Modelle braucht noch einiges an Zeit. Aber die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler entschädigt für alles. Mit Tinkercad und 3D-Stift arbeiten sie intensiv an ihrem Projekt „München entsteht“, und plötzlich stellen sich so viele Fragen. Diese Fragen brauchen Zeit und Raum, und genau den schaffen wir mit Making. Es macht einfach so große Freude, dass ein paar Nachtschichten am Drucker nicht schlimm sind.

Und wie geht es weiter?

Die Stadt wächst weiter! In den nächsten Wochen kommen neue Gebäude und Figuren dazu, und die Kinder entdecken, wie sich München im Lauf der Zeit verändert hat. Und wir planen auch einen eigenen Trickfilm mit „Am Anfang war die Isar“.


Gefördert von der SWM Bildungsstiftung
Das Projekt „MI(N)T Freude lernen“ wird von der SWM Bildungsstiftung gefördert. Herzlichen Dank für die Unterstützung! Und danke an die Kinder für ihre Ausdauer und Kreativität.

Ihr wollt auch Making mit Eurer Schulklasse ausprobieren? Unser Schulklassenprogramm im FabLab München läuft montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr, mit Themen wie 3D-Druck, Robotik, Lasercut, Trickfilm und Löten. Wir freuen uns auf Eure Anfrage!



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